Die Stimme des Herrn

Die Stimme des Herrn

Jakob Gafarelli, der Bibliothekar Ludwigs XIII., faßte die Psalmworte »Coeli enarrant gloriam Dei« wortwörtlich auf: die Sterne seien in Form hebräischer Buchstaben am Himmel angeordnet und man könne in ihnen wie in einem Buche alles lesen, was auf der Erde vorgeht. Daß die Himmel den Schöpfer unmittelbar rühmen, davon kann in Stanislaw Lems Roman »Die Stimme des Herrn« keine Rede sein; die Sterne geben jedoch Zeichen, und wie stets liegt es am Menschen, sie zu deuten. Ein pulsierender Neutrinostrahl aus einer Quelle, die mit der Kraft unserer Sonne sendet, ist entdeckt worden, aber was diese Signale bedeuten, das ist die Frage. Handelt es sich um ein rein physikalisches Phänomen? Oder aber um eine interstellare Botschaft, ausgesandt von einer uns weit überlegenen Zivilisation an bestimmte oder auch unbekannte Empfänger, das heißt alle Zivilisationen, die fortgeschritten genug sind, sie zu entziffern?.

1 1 1 1 1 Rating 4.25 (4 Votes)

Pamietnik znaleziony w wannie (dt. Memoiren, gefunden in der Badewanne, 1974) ist eines der rätselhaftesten Bücher Lems. Eine satirische Farce, eine surrealistische Anti-Utopie und Schmähschrift auf eine absolutistische Bürokratie und den totalen Polizeistaat, in dem alles und jeder gelenkt, einem geheimen Zweck untergeordnet und von Spitzeln überwacht wird. Auf jeden Fall sind Chaos und Ordnung, Zufall und Notwendigkeit, Sinn und Unsinn nicht zu unterscheiden - Memoiren, gefunden in der Badewanne: ein Zukunftsalptraum, in dem sich Groteske und Spott unmerklich verwandeln - in Philosophie.