Lokaltermin

Lokaltermin

Der Zerstreutheit seines Freundes und späteren Nachlaßverwalters Professor Tarantoga und einem eigenen Irrtum hat der unverwüstliche Kosmosreisende Ijon Tichy das spannendste dialektische Abenteuer seines Lebens zu verdanken: In der vierzehnten Reise der Sterntagebücher hatte Tichy seine unerfreulichen Erlebnisse auf der Entia, dem siebenten Planeten der Gamma tauri im Sternbild des KALBES, aufgezeichnet, Aufzeichnungen freilich, die nach Maßgabe aller inzwischen vorliegenden Daten den Protest der Entianer hervorrufen müssen.

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Jakob Gafarelli, der Bibliothekar Ludwigs XIII., fasste die Psalmworte »Coeli enarrant gloriam Die« wortwörtlich auf: die Sterne seien in Form hebräischer Buchstaben am Himmel angeordnet und man könne in ihnen wie in einem Buche alles lesen, was auf der Erde vorgeht. Dass die Himmel den Schöpfer unmittelbar rühmen, davon kann in Stanislaw Lems Roman Die Stimme des Herrn keine Rede sein; die Sterne geben jedoch Zeichen, und wie stets liegt es am Menschen, sie zu deuten. Ein pulsierender Neutrinostrahl aus einer Quelle, die mit der Kraft unserer Sonne sendet, ist entdeckt worden, aber was diese Signale bedeuten, das ist die Frage. Handelt es sich um ein rein physikalisches Phänomen? Oder aber um eine interstellare Botschaft, ausgesandt von einer uns weit überlegenen Zivilisation an bestimmte oder auch unbekannte Empfänger, das heißt alle Zivilisationen, die fortgeschritten genug sind, sie zu entziffern? Gewisse Anzeichen sprechen dafür. Vom Pentagon überwacht, entsteht in der amerikanischen Wüste das Projekt MAVO und damit etwas, dessen Parallele zum Manhattan-Projekt, das zur Entwicklung der Atombombe führte, unverkennbar ist. Teilerfolge bei der Entzifferung des Signals scheinen die Hoffnungen der Militärs zu bestätigen.