Frieden auf Erden

Frieden auf Erden

Nachdem im 21. Jahrhundert die Großmächte zu der Einsicht gelangten, daß Abrüstung in gegenseitigem Einvernehmen und ohne gegenseitiges Mißtrauen nicht möglich sei, waren sie übereingekommen, ihre gesamten Waffenarsenale auf den Mond auszulagern. Dort war jedem Land ein durch neutrale Zonen von den anderen getrennter Sektor zugeteilt worden. Wer Zugang haben wollte, mußte die »Lunar Agency« der UNO um Genehmigung ersuchen. Auf diese Weise wurden Überraschungsangriffe, wie sie im 20. Jahrhundert üblich gewesen waren, ausgeschlossen...

In dem Buch, das ich gar nicht gern habe - »Transfer« [Rückkehr von den Sternen] -, tauchte das Problem der Betrisation ebenfalls ganz plötzlich auf und hat sogar mich überrascht. Ich wußte nur eines: Hier muß es zu einer Kommunikationslücke, zum Fehlen einer Verständigungsmöglichkeit kommen, denn es geht ja nicht an, daß jemand nach 130 Jahren zur Erde zurückkehrt, die Unterhaltung aber bietet ihm keine Schwierigkeiten, man benutzt noch die gleichen Begriffe. Ich wußte, daß es sofort zu einem Konflikt kommen muß, der dann tatsächlich aus mir »heraussprang«.

Mich stört die Sentimentalität dieses Buches; die Helden sind Muskelprotze, und die Heldin ist von Pappe. Das riecht irgendwie nach Remarque, nach seinen »Drei Kameraden«. Darin steckt eine Art Lausbüberei. Oder distanzierter ausgedrückt - der Autor darf die Protagonisten nicht bei guter Laune halten, nur weil er sie mag. Die Liebesgeschichte könnte so ausgehen, wie es im Roman geschieht, aber Vorbedingung wäre die Herausstellung der Persönlichkeit der Geliebten des Erzählers; in Wirklichkeit ist sie ein weißer Fleck geblieben. Zwar halte ich das Problem der Betrisation an sich immer noch für sinnvoll, aber bei der Ausführung habe ich es zu stark vereinfacht. Diese Welt ist irgendwie zu flach, das heißt zu eindimensional. Mein zwiespältiges Verhältnis zu diesem Buch erkennt man am besten daran, daß ich dann doch eine Übersetzung zuließ.