Astronauten

Als der »Planet des Todes«, der im Original »Die Astronauten« heißt, 1951 erstmals erschien, mutete der Gedanke an den Start in den Kosmos, an Weltraumfahrten und Astronauten noch wie eine ferne Utopie an, zumindest für den Laien. Heute, aus der Distanz von mehr als einem Vierteljahrhundert, mag manchem daher Lems Romanerstling in vielen Details überholt vorkommen, überholt von der Wirklichkeit und neuen Erkenntnissen. Wenn der »Planet des Todes« trotzdem seine Leser immer wieder in den Bann zieht, dann wegen der für den polnischen Schriftsteller charakteristischen Verbindung utopischer Überlegungen mit aktuellen Problemen. Hier auch mit dem seit Hiroshima offenkundigen Schrecken der Atomkraft, die außer Kontrolle gerät. Denn die Abenteuer, die Lems Helden zu bestehen haben, lehren sie die Kraft des Atoms, sie warnen aber auch vor seinem Mißbrauch durch Ignoranz und egoistisches Machtinteresse. Und darin besteht die anhaltende Wirkung dieses "historisch-utopischen" Romans.

Keine Negierung von »Gast im Weltraum« soll »Fiasko« sein, sondern eher eine Revision eigener, allzu naiver fortschrittsfreudiger Illusionen, die den jungen Lem einst beflügelten und denen er nun den komplizierten, naturwissenschaftlichen, technischen und moralischen Zwängen unterliegenden Prozess gegenüberstellt, den die Menschen bei ihrem Drang auf der Suche nach außerirdischen Zivilisationen durchlaufen.
SETI - Search for Extraterrestrial Intelligence, diese Fahndung nach der Nadel im Heuhaufen, hat diesmal Erfolg: ein Planet im Sternbild Harpyie, die Quinta im dortigen Zetasystem, sendet Signale, und nach jahrhundertlanger Vorbereitung startet die irdische »Hermes« mit einer auserwählten Crew von Spezialisten, unter ihnen der zweite Pilot Marek Tempe, der später die Landung und den ersten Erkundungsgang auf der Quinta vornehmen wird. Die Verwirklichung des Projekts bildet den Inhalt dieses Romans von Stanislaw Lem.