Astronauten

Astronauten

Als der »Planet des Todes«, der im Original »Die Astronauten« heißt, 1951 erstmals erschien, mutete der Gedanke an den Start in den Kosmos, an Weltraumfahrten und Astronauten noch wie eine ferne Utopie an, zumindest für den Laien. Heute, aus der Distanz von mehr als einem Vierteljahrhundert, mag manchem daher Lems Romanerstling in vielen Details überholt vorkommen, überholt von der Wirklichkeit und neuen Erkenntnissen. Wenn der »Planet des Todes« trotzdem seine Leser immer wieder in den Bann zieht, dann wegen der für den polnischen Schriftsteller charakteristischen Verbindung utopischer Überlegungen mit aktuellen Problemen. Hier auch mit dem seit Hiroshima offenkundigen Schrecken der Atomkraft, die außer Kontrolle gerät. Denn die Abenteuer, die Lems Helden zu bestehen haben, lehren sie die Kraft des Atoms, sie warnen aber auch vor seinem Mißbrauch durch Ignoranz und egoistisches Machtinteresse. Und darin besteht die anhaltende Wirkung dieses "historisch-utopischen" Romans.

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Der Zerstreutheit seines Freundes und späteren Nachlaßverwalters Professor Tarantoga und einem eigenen Irrtum hat der unverwüstliche Kosmosreisende Ijon Tichy das spannendste dialektische Abenteuer seines Lebens zu verdanken: In der vierzehnten Reise der Sterntagebücher hatte Tichy seine unerfreulichen Erlebnisse auf der Entia, dem siebenten Planeten der Gamma tauri im Sternbild des KALBES, aufgezeichnet, Aufzeichnungen freilich, die nach Maßgabe aller inzwischen vorliegenden Daten den Protest der Entianer hervorrufen müssen.
 
Mehr noch, Tichy hatte als Planeten beschrieben, was in Wirklichkeit ein Entia umkreisender künstlicher Satellit war, der angeblich als Erholungs- und Freizeitzentrum sowie zu musealen Zwecken als eine Art »Dyssnilend« auf eine Umlaufbahn gebracht worden sei, wie es in einem verstümmelten Telegramm heißt.
Froh darüber, seinen missglückten Urlaub in der Schweiz abbrechen zu können, ohne als galaktischer Laufbursche missbraucht zu werden, stimmt er dein Vorschlag des Ministeriums für Außer irdische Angelegenheiten zu, in halbdiplomatischer Mission nach der Entia zu reisen, ihre beiden Staaten Kurdland und Losannien an Ort und Stelle zu besichtigen, um seine Fehler zu korrigieren und weiteren Komplikationen vorzubeugen. Die Vorbereitung des Unternehmens, das mühselige Studium in den Archiven des Instituts für Geschichtsmaschinen, die einsame Expedition und schließlich seine Landung auf der Entia, der eigentliche Lokaltermin, bilden den Inhalt dieses anspruchsvollen utopischen Romans.