Das hohe Schloss

Das hohe Schloss

"Die Zeit urbar machen" - dieser Aphorismus Lichtenbergs könnte das Motto sein für die Kindcheitserinnerungen von Stanislaw Lem, einem de profiliertesten polnischen Autoren nicht nur der Science Fiction-Literatur, der hier das Lwow der zwanziger und dreißiger Jahre rekonstruiert, allerdings nur scheinber mit den Augen eines Kindes gesehen. Die Suche nach der verlorenen Zeit mündet in eine ununterbrochene Gegenwärtigkeit. »So war die Zeit denn ein Abgrund, unbeweglich in sich selbst, gleichsam machtlos, untätig. In ihr geschah sehr viel, viel wie in einem Meer, doch sie selbst schien stillzustehen.«

 

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Das Buch Zagadka (dt. Die Rätsel) versammelt ausgewählte Geschichten die zu keinem der Zyklen passen. Es sind keine unbekannten oder unwichtigen Erzählungen, manche wie Maska (dt. Die Maske, 1978) oder Pamiętnik znaleziony w wannie (dt. Memoiren, gefunden in der Badewanne, 1974) gehören zu den wichtigsten, die Lem geschrieben hat. Die dort gestellten Fragen - über die Natur des Daseins und des Bewusstsein - sind grundlegende Fragen, auf die jeder von uns zu antworten versucht um sich selbst, die Authentizität des Lebens, und die Welt zu verstehen. Die Inhalte des Buches und deren Botschaften spiegeln vor allem die Auseinandersetzung des Autors mit der Literatur. 

Lem präsentiert hier sein ganzes literarisches Können: bewusst setzt er verschiedene literarische Techniken ein, während sehr Persönliches in das Werk einfließt.