Also sprach GOLEM

Also sprach GOLEM

Manche Leser werden GOLEM XIV bereits kennen. Dr. Irving T. Creve, GOLEM-Experte des Massachusetts Institute of Technology, hat uns ja schon vor achtzehn Jahren durch sein Vorwort zur anthropologischen Antrittsvorlesung des luminalen Denkriesen (siehe GOLEM XIV, Boston: MIT Press 2029; deutsch unter dem gleichen Titel, Frankfurt am Main: Insel 1976) mit der Entstehungsgeschichte unseres maschinellen Autors bekannt gemacht.
Da Dr. Creve nun leider nicht mehr unter uns weilt, hat es sein Freund und Mitarbeiter Dr. Richard Popp übernommen, die von Creve geplante Publikation der zentralen Aussagen GOLEMs »über den Menschen, über sich selbst und über die Welt« vorzulegen (vgl. sein Nachwort vom Juli 2047). Popp gab ihr den Titel: »Also sprach GOLEM« - mit Recht, denn GOLEM XIV ist vor längerer Zeit verstummt.

LeseprobeLem's MeinungReviews

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»Schon Die vollkommene Leere enthielt solche Darstellungen, Kritiken erfundener Bücher, die zu den köstlichsten Satiren des literarischen Modebetriebs zählen können. In der Erzählung Provokation ging Lern noch einen Schritt weiter. Hier geht es um das angeblich zweibändige Werk des Göttinger Anthropologen Horst Aspernicus >Der Völkermord Anthropologie des Bösen< zu entwerfen. ..«
(Wolfgang Kraus, Darmstädter Echo)

»Zu rühmen ist auch jener Text, der sich mit dem Völkermord befaßt. Ein gewisser Herr Horst Aspernicus aus Göttingen hat zwar niemals einen Traktatus über die >Endlösung als Erlösung Fremdkörper Tod Endlösung der Judenfrage< zugrunde lagen . . .
Lem ist ein Analytiker, der sich übrigens auch selbst ein wenig persifliert und doch sein Ziel erreicht: er provoziert, er zwingt uns, über unsere >unbequemen< Probleme, die nur provisorisch vernarbt sind und die wir am liebsten vergessen und verdrängen möchten, nachzudenken.«
(Tadeusz Nowakowski, Frankfurter Allgemeine Zeitung)