Memoiren gefunden in der Badewanne
Ich halte es für gut, wenn ich auch schon ziemlich lange nicht hineingeschaut habe. Es ergaben sich ziemlich rasch Übersetzungen in einige Sprachen, und nach den ersten Autorisierungen hatte ich keine Gelegenheit mehr, es mir wieder vorzunehmen, denn wenn es eine griechische, hebräische oder japanische Übersetzung gibt, kann ich nichts damit anfangen.
In diesem Buch wird eine Konzeption entwickelt, die über die Zeitgebundenheit der politischen Satire hinausgeht. Wir finden hier die Totalisierung des Begriffs der Intentionalität. Das wird mit spürbarer, ja geradezu gespenstischer Konsequenz durchgeführt und ergibt überraschende Effekte.
»Phantastik und Futurologie« unternimmt den Versuch, eine Theorie der Science-fiction-Literatur aufzusetellen. Im ersten band wird anhand von vielen Beispielen die herkömmliche Sf-Literatur einer kritischen Analyse unterworfen.
Es glückt Lem, von der Zukunft zu sprechen, ohne den Fiktionen der Vorhersagbarkeit, der Hochrechnungen ohne kybernetisches Denken aufzusitzen. Es ist ihm geglückt, weil er als Autor, als schreitend Imaginierender, dem neuen Grundmuster wissenschaftlichen Vernunftgebrauchs in jeder Hinsicht Spielraum gibt.
(Heinrich Vormweg, Süddeutsche Zeitung)