Astronauten

Astronauten

Als der »Planet des Todes«, der im Original »Die Astronauten« heißt, 1951 erstmals erschien, mutete der Gedanke an den Start in den Kosmos, an Weltraumfahrten und Astronauten noch wie eine ferne Utopie an, zumindest für den Laien. Heute, aus der Distanz von mehr als einem Vierteljahrhundert, mag manchem daher Lems Romanerstling in vielen Details überholt vorkommen, überholt von der Wirklichkeit und neuen Erkenntnissen. Wenn der »Planet des Todes« trotzdem seine Leser immer wieder in den Bann zieht, dann wegen der für den polnischen Schriftsteller charakteristischen Verbindung utopischer Überlegungen mit aktuellen Problemen. Hier auch mit dem seit Hiroshima offenkundigen Schrecken der Atomkraft, die außer Kontrolle gerät. Denn die Abenteuer, die Lems Helden zu bestehen haben, lehren sie die Kraft des Atoms, sie warnen aber auch vor seinem Mißbrauch durch Ignoranz und egoistisches Machtinteresse. Und darin besteht die anhaltende Wirkung dieses "historisch-utopischen" Romans.

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Hal Bregg, Chefpilot des Raumschiffs Prometheus, kehrt von einer Fahrt zum 23 Lichtjahre entfernten Stern Formalhaut zurück, Zehn Bordjahre hat diese Reise gedauert - zehn Bordjahre bedeuten 123 Erdenjahre, und so finden die Überlebenden der verlustreichen Expedition eine völlig veränderte Erde vor. Die Technik hat sich rapide fortentwickelt. Die Städte sind mit äußerster Raffinesse neu erbaut. Die Verkehrssysteme sind nicht wieder zu erkennen. Alles ist aus Plastik. Das Essen wird synthetisch hergestellt, die Arbeit von Robotern verrichtet. Die Menschen leben nahezu kostenlos in unendlichem Wohlstand. Vor allem aber befinden sie sich in tiefstem Frieden aufgrund einer Behandlung, die schon den Kleinkindern jeden Aggressionstrieb? nimmt. Nur mühsam findet sieh Hal Bregg in dieser neuen Welt zu Recht, die auch Expeditionen ins weile Universum für sinnlos hält. Noch einmal entflieht er zu seinen Kameraden, die Vorbereitungen für ihre nächste Weltraumfahrt treffen. Aber Hai macht nicht mit. Nächtens steigt er auf den Berg neben der neuen Universitätsstadt und erkennt im Morgengrauen, dass er seine Heimat wieder gefunden hat.